Der Podcast über Filmschnitt
Episodencover Folge 67: BFS – Zwischen Sender und Schnittraum – Credit to the Edit Podcast

BFS – Zwischen Sender und Schnittraum

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Es gibt Menschen, die schneiden Filme. Und es gibt Menschen, die dafür sorgen, dass die, die Filme schneiden, dafür auch gehört und gewürdigt werden. Silke Spahr gehört zur zweiten Sorte. Und wenn man ihr eine Stunde zuhört, versteht man, warum sie einen Sendervertreter dazu bringen kann, in der Rauchpause plötzlich zu verraten, wo seine roten Linien wirklich liegen.

Der Credit to the Edit Podcast hat diesmal die Geschäftsstelle des Bundesverbands Filmschnitt (BFS) in Berlin besucht, und mit Silke Spahr darüber gesprochen, was so ein Verband eigentlich den ganzen Tag macht. Es geht um Verhandlungen mit ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Amazon und Netflix, um jene kleinen Nachzahlungen, die plötzlich auf dem Konto landen, wenn ein Cobra-11-Format zum zwanzigsten Mal ins Ausland verkauft wird, und um die grundsätzliche Frage, wie man als einzelne Person überhaupt einem Sender gegenübertritt, ohne unterzugehen.

Es geht aber auch um globale Themen: um das Zuhören, um Supervision, um Ohnmacht in Verhandlungen und darum, wo die Energie herkommt, wenn man seit fast zehn Jahren zwischen den Fronten sitzt. Und um eine Zukunftsfrage, die im Gespräch immer lauter wird: Wo hört Filmschnitt eigentlich auf? Gehören die Leute, die Twitch-Streams schneiden, TikTok-Creator:innen, YouTube-Cutter:innen nicht längst dazu? Der Fall Papaplatte und sein Cutter Pamabu hallt hier noch nach.

zu Gast

Silke Spahr ist seit dem 1. Januar 2016 Geschäftsführerin des BFS. Als Juristin hat sie zuvor über zehn Jahre lang die ARD-Vertriebstochter german united distributors geleitet und internationale Koproduktionen mitverantwortet. Nach einer Ausbildung zur Supervisorin und Organisationsentwicklerin beriet sie Vertriebs- und Produktionsunternehmen strategisch, unter anderem als Interimsgeschäftsführerin des Progress-Filmverleihs. Heute vertritt sie den BFS im Verwaltungsrat der VG Bild-Kunst, im Beirat der Künstlersozialkasse, bei der bagsv und in der Urheber-Allianz.

Silke Spahr
Silke Spahr

“Es ist oft so, dass wenn du alleine bist, du einer unglaublichen Macht gegenüber trittst, weil natürlich ein Produzent immer mehr Macht hat als du und der Sender schon mal allemal.”

Silke Spahr

Eine Folge über das, was passiert, bevor der Schnitt beginnt, und lange nachdem der Film abgenommen ist. Wer schon immer wissen wollte, warum plötzlich 200 Euro von RTL auf dem Konto liegen, oder wer sich fragt, ob ein Verband für einen selbst überhaupt der richtige Ort ist, sollte reinhören.

„Wo geht’s hier bitte zum BFS?“
„Wo geht’s hier bitte zum BFS?“

Timeline-Shortcuts

00:00Anmoderation 02:20Gesprächsstart / Rundgang durch die Geschäftsstelle 05:29Was macht der BFS? 07:11Verhandlungen mit Sendern und Folgevergütungen 13:56Silke Spahr Werdegang 18:59Wie wir zum BFS gekommen sind 23:57Wen erreicht der Verband? Cutter, Creator, YouTube 37:24Energie, Ohnmacht und Supervision 46:52Kategorien 54:35Abmoderation

Weiterführende Infos

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00:00 Sprecher: Liebe Filmfreunde, herzlich willkommen. Heutiges Thema, die Filmmontage in Theorie und Praxis.

00:15 Moderation: Ja hallo und herzlich willkommen zu Credit to the Edit, dem Podcast über Filmschnitt. Hier sprechen wir mit FilmeditorInnen aus allen Genres. Und das Beste daran ist, wir sind selber Filmeditoren. Mein Name ist Rainer Nigrelli.

00:28 Sprecher: Und ich heiße Jan Henrik Pusch. Und mal wieder sprechen wir heute mit jemandem, der noch, glaube ich, nie sich als Filmeditor gesehen hat. Und zwar ist das die Silke Spahr.

00:40 Moderation: Merkst du, wie wir uns jedes Mal mehr und mehr widersprechen, dass wir sagen, wir sprechen mit FilmeditorInnen und wir tun es gar nicht? Wer ist Silke Spahr?

00:48 Sprecher: Silke ist die Geschäftsführung von dem BFS. Der BFS ist der Bundesverband Filmschnitt und das Gespräch wird viel cooler, als es sich anhört.

00:57 Moderation: Wir haben uns besprochen, wir werden es mir geben. Silke ist super.

01:00 Sprecher: Deshalb sind wir jetzt extra nach Berlin gefahren und werden jetzt gleich mal hochgehen und das Gespräch starten.

01:06 Moderation: Ich glaube, das ist nicht hochgehen. Ich glaube, das ist ebenerdig.

01:09 Sprecher: Als ich das letzte Mal da war, war es noch hochgehen.

01:11 Moderation: Ja, und ich glaube, das ist jetzt ebenerdig. Man geht da einfach rein und ist im BFS. Also einfach so, zack, ist man drin.

01:17 Sprecher: Schönen Gruß an die VG Bild-Kunst und Stiftung Kulturwerk, die uns wieder fantastisch unterstützen und auch Adobe. Vielen Dank.

01:28 Sprecher: Ihr deutschen, wohlgenäherten Kötterknaben, auch eure Kühlschränke werden nicht von Karl Marx oder der Gruppe 47 gefüllt, sondern ihr seid auch im Jutesack der ersetzbaren Verschleißelemente aufgehoben, günstig zu haben im Zehnerpack. Fallt auf die Knie und betet somit Dankssagungen, dass es in diesem Land die Filmförderung NRW gibt und den katholischen Filmdienst. Die Filmförderung NRW, die auch Steuergelder in Projekte pumpt, die mit den Regeln der Gewinnkalkulation konsequent zuwiderlaufen. Fragt doch Klimek, Zulawski, Banja, wie die Ostblöcke und die saturierten Parteifunktionäre mit ihren Kreativschaffenden herumspringen. Und dann erzählt mir noch einmal von eurem kollektiven Traum der filmindustriellen Schnittkolchose.

02:12 Sprecher: So, jetzt sind wir hier reingestürmt und jetzt wollen wir direkt mal eine Raumführung machen. Aber ich sage als allererstes Hallo Silke.

02:20 Silke Spahr: Hallo lieber Jan, hallo lieber Rainer. Herzlich willkommen beim BFS, hier in der Geschäftsstelle. Im Erdgeschoss, im Ladengeschäft.

02:28 Sprecher: Ja, ja.

02:29 Moderation: Siehste? Silke, wir wollen dich nicht als erstes fragen, was ist der BFS? Das klären wir bestimmt gleich noch im Gespräch. Wir wollten eher einen emotionalen Einstieg haben und zwar, sag uns doch mal ganz ehrlich, wie war das, als du zum ersten Mal mit FilmeditorInnen zu tun hattest? Sag's bitte ganz ehrlich.

02:45 Silke Spahr: Ich hab mich verliebt. Und das war Janine Dauterich. Ich wusste nämlich nichts über FilmeditorInnen und hab mich meine Freundin gefragt, wen kann ich da mal anrufen? Ruf mal die Janine an. Und die hat 0,0 Prozent mich im Sturm erobert mit ihrem Blick auf den Beruf und was sie macht. Weil ich wollte mich ja beim BFS bewerben und wie du richtig sagst, wusste ich ja überhaupt nicht, was die Kollegen machen. Also hat sie mich an die Hand genommen und mir das erklärt und ich war begeistert. Das liegt natürlich auch an den tollen Persönlichkeiten.

03:16 Sprecher: Und vor allem an Janine.

03:17 Silke Spahr: Und natürlich an Janine.

03:19 Moderation: Vielen Glück.

03:20 Silke Spahr: Schöne Marketingsequenz, Janine.

03:23 Moderation: Wir sind jetzt hier angekommen auf dem ebenerdigen BFS-Büro. Wo sind wir hier?

03:28 Silke Spahr: Also wir sind hier in einem Ladengeschäft. Das besteht aus zwei Räumen. Aus dem Nordflügel des Schlosses und aus dem Südflügel des Schlosses. Wir sind jetzt im Nordflügel, wir haben einen herrlichen Blick auf den Park. Vorher war es ein Friedhof, jetzt aber umgewidmet. Ein schöner Park, in dem man mal zwischendurch eine Pause machen kann. Und hier ist der Hauptsitz der Geschäftsführung. Ein wunderbarer, sonniger Raum. Und nebenan finden wir...

03:55 Sprecher: Wichtig ist dazu zu sagen, hier sitzt du, wenn ich das richtig gesehen habe. Und wenn man dran vorbeigeht, kann man dir einfach bei der Arbeit zugucken.

04:02 Silke Spahr: Ja genau, man kann mir bei der Arbeit zugucken oder sich einfach dazusetzen. Weil gleichzeitig ist es unser Besprechungsraum. Also jeden Tag sitzen hier Meline, Thomas und ich. Und wenn wir Dinge überlegen, treffen wir uns hier, hier ist sozusagen unser Meetingpoint.

04:16 Sprecher: Wer sind denn Meline und Thomas?

04:19 Silke Spahr: Also Meline ist die Leiterin der Geschäftsstelle, die zuständig ist für die Mitgliederverwaltung, die also die erste Stimme, die erste Person ist, mit der man Kontakt hat, wenn man in BFS kommt.

04:30 Sprecher: Eine immer sehr freundliche und gut gelaunte Stimme.

04:33 Silke Spahr: Absolut. Und an ihrer Seite ist Thomas. Wir haben das große Glück, dass er Grafikdesigner ist. Er kann uns nicht nur bei der Vereinsarbeit unterstützen, sondern er macht auch das gesamte CI. Und im Übrigen ist Thomas auch noch Fotograf. Jetzt kommt ihr in den hinteren Teil. Da seht ihr auch alle seine Werke. Weil er ist sehr gut.

04:50 Moderation: Kommen die beiden heute eigentlich auch?

04:52 Silke Spahr: Nee, die kommen heute nicht, weil Mittwoch ist deren Homeoffice-Tag. Hier haben wir jetzt den hinteren Teil, in dem sich Meline und Thomas aufhalten. Wir haben hier den Arbeitsplatz von Thomas und davon Meline. Vor und hinter ihm seine künstlerischen Werke.

05:08 Moderation: Ich glaube, wenn ich jetzt hier unsere Firma ansiedeln lassen dürfte, die ich habe mit meinem Kollegen zusammen, ich glaube, wir würden uns hier niederlassen. Das ist ganz schön.

05:16 Silke Spahr: Ja, das ist ganz schön.

05:17 Sprecher: Gut, dann würde ich sagen, dann bauen wir jetzt mal auf und dann melden wir uns gleich mit dem Rest des Gesprächs wieder.

05:29 Moderation: Ja, Silke, nochmal vielen Dank, dass wir hier sein dürfen bei dir und vielen Dank für die Führung. Jetzt wissen wir endlich, wie der BFS aussieht.

05:37 Sprecher: Da sitzen wir jetzt hier, das ist jetzt wieder der Westflügel.

05:39 Silke Spahr: Das ist der Nordflügel. Der sitzt im Veranstaltungsraum sozusagen.

05:44 Moderation: Und du empfängst hier die Gäste, nehme ich an, da wo wir jetzt sitzen. Das ist doch schön. Danke, dass wir zu Gast sein dürfen. Silke, wir haben es vorhin angedeutet, wir sind hier in der Geschäftsstelle des BFS, dem Bundesverband für Filmschnitt. Was macht der BFS?

05:58 Silke Spahr: Der BFS ist ein Verein, bei dem vor allen Dingen die Mitglieder sich austauschen und Solidarität, Gemeinsamkeiten, Teilen, Wissen teilen. Und der Bundesverband organisiert diese Begegnung der Filmeditorinnen, Schnittassistenten und VFX-Editorinnen. Und wenn Wissen gefragt ist, wenn Unterstützung gefragt ist und vor allen Dingen, wenn es darum geht, Forderungen auch im Außen durchzusetzen, gegenüber Dritten zu formulieren, sei es in der Branche, gegenüber den Produktionsfirmen, Sendern oder aber darüber hinaus in der Politik, dann wird der Bundesverband für diese Mitglieder aktiv.

06:41 Sprecher: Jetzt das Vernetzen, das glaube ich, das kann man sich gut vorstellen, wenn man noch nie was vom BFS gehört hat. Das, was glaube ich ein bisschen komplexer ist, ist ja das Vertreten nach außen. Wir als Editorinnen haben mit großen Gegenüber zu tun. Wir haben mit einem Sender zu tun. Wir haben mit irgendwelchen Produktionsfirmen zu tun und sind ja meistens als Einzelperson im Auftreten. Und deshalb schließt man sich zusammen, um dann gemeinsam da aufzutreten. Kannst du da ein bisschen beschreiben, was da passiert? Was macht da der BFS?

07:15 Silke Spahr: Also das ist eine schöne Frage für einen sehr komplexen Sachverhalt. Wir können jetzt auch noch den ganzen Tag hier verbringen. Danke Jan, schön, dass wir hier noch ein paar Stunden miteinander haben. Aber ich versuche mal so die wichtigsten Dinge.

07:27 Sprecher: Dafür sind wir hier.

07:29 Silke Spahr: Genau, Prioritäten setzen und den Versuch zu vermitteln, dass ich strukturiert bin. Nein, also die wichtigsten Dinge sind eigentlich die Kernforderungen, also die Arbeitssituation der Editorinnen und ihr Verständnis von ihrem Job nach außen, sichtbar zu machen und im Prinzip Forderungen gegenüber ihren Vertragspartnern, das sind ja die erste Linie Produktionsfirmen und Sender, durchzusetzen. Es ist ja oft so, dass, wenn du alleine bist, du einer unglaublichen Macht gegenüber trittst, weil natürlich ein Produzent immer mehr oder ein Produzent immer mehr Macht hat, als du und der Sender schon mal alle mal. Was kannst du also viel erreichen? Also du kannst in individuellen Verträgen versuchen, das für dich Beste herauszuverhandeln.

08:12 Aber wenn es darüber hinausgeht, wenn es unangenehm wird, wenn du auch mal sagen musst, pass auf, so geht das nicht. Also ich kann hier nicht 14 Stunden am Tag arbeiten. Das ist nicht zumutbar. Und es ist auch nicht zumutbar, dass mir der Regisseur dauernd erzählt, wie ich meinen Film schneiden muss. Hier muss mal eine Grenze gesetzt werden. Dann versuchen wir, dafür den Raum zu geben. Und das sieht so aus, wir sprechen mit den Produktionsfirmen, mit den Sendern, wir verhandeln mit ihnen. Wir verhandeln also auch Vergütung, Mindestvergütung, Folgevergütung. Das bedeutet, wir treffen uns mit denen, mit allen Sendern. Das ist ja im Prinzip seit 2016 mache ich das ja schon.

08:46 Und seitdem ist es uns gelungen, mit allen Sendern in Verhandlungen zu kommen. Also mit den privaten RTL und ProSieben am Anfang. Dann mit den schwierigen öffentlich-rechtlichen Sendern. Ja, muss ich leider sagen, muss man nicht schneiden. Sie sind schwierig. HMD und ZDF. Inzwischen verhandeln wir auch mit Amazon und es gab Vereinbarungen mit Netflix. Also wir treffen die, um mit ihnen zu vereinbaren und vor allen Dingen auch mal klar zu machen, was eigentlich die Relevanz von Filmschnitt ist.

09:14 Sprecher: Und die Verhandlung mit ProSieben und RTL ist das, weshalb ich jetzt von RTL angeschrieben worden bin und gefragt worden bin, ob ich den Film, glaube ich, 2019 wirklich geschnitten hatte und dann plötzlich irgendwie 200 Euro noch mal auf dem Konto hatte.

09:36 Silke Spahr: Genau, das waren wir. Also nicht ich alleine. Also wir sind ja auch in einer Gemeinschaft, die das verhandelt. Aber der BFS verhandelt mit RTL, wenn sie eure Werke, die ihr geschnitten habt, besonders intensiv nutzen, also dauernd wiederholen und daraus wirtschaftliche Erfolge ableiten können, also sprich, richtig viel Geld verdienen, dann müssen sie euch beteiligen. Das sieht der Gesetzgeber so vor im Urhebergesetz, der sagt, pass auf, als Urheber werdet ihr an allen erlösen, die aus der Verwertung einer Produktion kommen, beteiligt. Und mit den Sender verhandelt dann man mit RTL, wann ist denn so ein Werk erfolgreich? Also wie viele Leute müssen es gesehen haben? Wann hat es sich für euch refinanziert, weil sie ja die Produktionskosten tragen?

10:16 Und wenn sie dann Gewinn erwirtschaften, dann partizipieren wir prozentual, also x Prozent von etwas. Und bei RTL ist es so, wir bekommen jedes Jahr Abrechnung. Es sind so, würde ich mal sagen, 300 Leute, die im Jahr was bekommen. Nicht immer große Beträge, aber auch für 200 Euro kann man mal lecker essen gehen, zwei, drei Mal. Oder vielleicht schon Wochenende auf Arm rum verbringen.

10:40 Moderation: Aber ich denke gerade an all die Kolleginnen, die Alarm für Cobra 11 geschnitten haben. Die haben ja, glaube ich, eine sehr gute Zeit. Viele Grüße an dieser Stelle.

10:48 Silke Spahr: Viele Grüße an die Kolleginnen. Da gibt es dann durchaus auch vier- oder fünfstellige Auskehrungen. Und das ist aber auch nur fair, weil genau genommen sind das ja auch alles Formate, mit denen RTL wahnsinnig viel Geld verdient hat. Nicht nur im Inland, auch im Ausland. Also daran werden wir auch beteiligt. Also nicht nur an den Erlösen, die sie in Deutschland erwirtschaften, auch wenn sie es besonders erfolgreich ins Ausland verkaufen.

11:11 Sprecher: Ich glaube, das war auch aufgeteilt. Ich glaube, im Inland habe ich 30 Euro bekommen, auf das Ausland waren es dann 90 oder so. Aber es war auch nur eine Folge von einer sehr erfolgreichen Reihe, die eben hier schon genannt worden ist.

11:27 Silke Spahr: Aber wenn man das hochrechnet und sagt, ne?

11:29 Sprecher: Da merkt man aber, die Verhandlungen, wenn ich mich da richtig erinnere, sind ja schon sehr lange her. Also wann habt ihr dieses Loch angefangen zu bohren?

11:39 Silke Spahr: Also eigentlich schon in dem Jahr, als ich kam, 2016. Das war eigentlich das erste, was ich gemacht habe. Ich habe ProSieben angeschrieben, hat gesagt, jetzt haben wir richtig lange mal nichts gemacht als Editorin. Das ist jetzt vorbei. Aber jetzt wollen wir auch beteiligt werden, immer neben Kameraregie und Drehbuch. Das sind immer die Gewerke, die da zu beteiligen sind.

11:57 Moderation: Ich fasse jetzt mal zusammen, das könnten wir als einzelne FilmeditorInnen, hätten wir das natürlich nicht erreicht. Da brauchst du einfach einen Zusammenschluss, also quasi eine Vertretung von uns allen. Das ist in dem Fall der BFS gewesen, der mit dir als Herr Sohn, als Geschäftsführerin dann dort angetreten ist.

12:14 Silke Spahr: Also ihr hättet das auch alleine erreicht, weil das auch ein individueller Anspruch, den du als Reiner, als Editor hast. Aber du müsstest ihn eben gegenüber dem Sender geltend machen. Also das würde wirklich den Mut erfordern, abgesehen von dem finanziellen Aufwand, weil du brauchst dann einen Anwalt, der dich berät. Und du bist dann halt derjenige, der an die Produktionsfirmen oder an den Sendern geht und sagt, ich will jetzt Geld. Und die werden sich nicht unbedingt freuen, wenn du kommst. Und dann sagen sie vielleicht, ah, jetzt komme ich tatsächlich auch mal an eine Grenze, wo ich überlegen kann, ob man das sagen darf oder nicht. Aber wir haben doch leider die Erfahrung machen müssen, wenn denn Leute mal Geld gefordert haben individuell, dass sie danach auch offensichtlich weniger beauftragt werden.

12:54 Moderation: Ja, interessant. Das ist auch ein Vorteil. Sag mal, Silke, dazu muss man ja verhandeln können mit so einem Sender. Du hast es ja, wie gesagt, du hast ja auch gesagt, du hast das nicht allein gemacht. Da war damals wer nochmal beteiligt?

13:06 Silke Spahr: Die meiste Zeit habe ich mit dem lieben Kollegen Stefan Essl verhandelt, der dort immer auch als Editor natürlich die ganze kreative Seite vertreten hat. Und wir haben seit 2018 die Urheber-Allianz gegründet, wo wir dann am Anfang gemeinsam mit den Gewerken Kameraszenen und Kostümbild gearbeitet haben. Und dann später, vor zwei Jahren, kam dann auch die Regie dazu. Also wenn wir heute Verhandlungen führen bei Amazon, sind wir Regie, Kameraszenen, Kostümbild und Schnitt. Da sind wir also ein Konsortium von Kollegen.

13:38 Moderation: Und sag mal, das kann doch aber auch nicht jeder. Was hast du da im Petto, was wir noch nicht von dir in diesem Gespräch erfahren haben? Also woher kommst du? Warum kannst du das?

13:48 Silke Spahr: Ja, also erstmal Verhandlung ist eine ganz wichtige zwischenmenschliche Beziehung, die man da aufbaut, verhandeln. Also Wissen allein ist ja in allen Bereichen so. Reicht nicht, du musst in der Lage sein, Verbindungen aufzubauen zu deinem Gegenüber, zu verhandeln, ihn auf deine Seite zu bringen, auszuloten, was ist möglich, wo findet man sich in einem Kompromiss. Und das habe ich 20 Jahre lang gemacht, nämlich damals für die ARD. Ich war bei der ARD angestellt, um deren Programme ins Ausland zu verkaufen. Das bedeutet, ich habe 20 Jahre Erfahrung mit Sendern, weil wir haben immer direkt mit den Sendern verhandelt, um ihnen die Produktion der ARD zu verkaufen. Und ganz wichtig ist, wenn man verhandelt, offen zu sein.

14:29 Also, sich hineinzuversetzen in das Gegenüber. Welche Spielräume hat das Gegenüber? Ich habe das immer mit großer Freude gemacht, weil das ist wie so eine Abenteuerreise. Weil du ja die ganze Zeit auf Entdeckungstour bist, um zu sehen, wo geht noch was? Was kann ich hier und da noch mal machen? Das sehen natürlich nicht alle Leute so. Es gibt ja auch Kollegen, die anders verhandeln, die denken, das machen wir, das machen wir nicht. Punkt. Da erreicht man nur nichts. Das ist manchmal gar nicht so einfach, weil ich habe ja gerade beschrieben, wir sind einer großen Runde von Verhandlern, mit Verhandlungsführung natürlich und Begleitung. Und es gibt Leute, die sind da auch relativ stur und haben da nicht so viel Spaß dran.

15:08 Und inzwischen sind wir so ein eingespieltes Team. Also ich bin immer diejenige, die diese Abenteuerreise macht mit den Gefühlen und mit dem, was geht. Ich stehe dann also in der Rauchpause mit den Entscheidungsträgen unter unten, während oben verhandelt wird und frage ich mal jetzt mal ganz ehrlich, was wollen wir denn jetzt machen? Wo soll es denn jetzt hingehen?

15:25 Moderation: Und du hast dann so den Vertrag gezückt sozusagen und holst die Unterschrift direkt ab.

15:28 Silke Spahr: Also ganz so einfach ist es dann natürlich nicht, aber ich kriege immer sehr schnell ein Gefühl dafür, wie weit sie gehen können und wo ihre roten Linien sind. Und dann haben wir einen Kollegen dabei, der ist sehr detailverliebt. Also dadurch, dass wir viele sind, kann man es teilen. Und das Gute ist, ich bin ja auch noch Juristin, Volljuristin. Das bedeutet, ich habe ja schon Struktur auch gelernt. Und ich glaube, diese Kombination ist es, dass man juristisch denkt, also immer versucht, okay, da muss am Ende auch eine vernünftige Regelung herauskommen, die kann man mitdenken. Und gleichzeitig aber auch diese dann auch Fähigkeit, würde ich jetzt mal sagen, das müsste natürlich die Kollegen vom Regieverband und so fragen, ob sie das bestätigen, was ich sage.

16:09 Aber ich denke, sie würden das tun, dass ich ein sehr gutes Gespür für das Gegenüber habe.

16:14 Sprecher: Also ich weiß, dass ich mal mit jemandem gesprochen habe, als du gerade neu bei uns als Geschäftsführung angefangen hast, der dann dich aus der anderen Seite kannte und oft mit dir verhandelt hatte. Der hat dann erstmal uns gratuliert und meinte, wenn die jetzt für euch verhandelt, dann kann ich euch nur gratulieren. Die hat beim Verhandeln positiv gesagt, Haare auf den Zähnen. Und er war ganz froh, dass er jetzt nicht mehr mit dir verhandeln musste.

16:42 Moderation: Interessant. Ich finde, verhandeln ist auch wirklich eine tolle Sache. Ich glaube, du hattest es damals organisiert. Wir hatten mal in Köln ein Verhandlungsseminar. Vor vielen Jahren war das. Und ich glaube, die Person kam von dir. Und das war sehr, sehr hilfreich, was wir da an einem Tag gelernt haben. Und was ich mir so zum Beispiel gemerkt habe, sie hatte davon gesprochen, dass sie auch viele Politiker berät und auch von Angela Merkel so ihr Verhandlungsstil hat sie uns so ein bisschen nahegelegt. Und der wäre wohl, sie hält einfach durch, während alle müde werden und dann irgendwann nachts um drei sagt sie, ja und jetzt unterschreiben, weil sie halt noch die Fitteste ist und einfach zä ist und dann durchhält.

17:22 Also das ist wirklich eine wichtige Eigenschaft. Das muss man einfach können oder lernen können.

17:27 Silke Spahr: Absolut, das werde ich mal mitnehmen als Idee, weil bislang haben wir immer nur Verhandlungstermine für zwei, drei Stunden. Ich werde mal vorschlagen, dass wir jetzt mal vielleicht mal um 16 Uhr mit Verhandlungen anfangen mit dem Open End. So, so.

17:38 Sprecher: Und dann bereitet man sich selber genau darauf vor und ist schön ausgeruht und kommt entspannt dahin.

17:43 Silke Spahr: Vielleicht ist das eine Taktik. Ich würde euch auch vorstellen, da sitzen dann 20 Leute. Also es ist keine kleine Verhandlungsgruppe. Es ist halt eine große Verhandlungsgruppe. Und wenn jeder von uns was zu sagen hat, dauert es sowieso schon mal länger. Also ich glaube, Ermüdungserscheinungen würden wir selbst bei 24 Stunden nicht haben, weil wir einfach so viele sind.

17:59 Moderation: Wir haben jetzt so ein bisschen darüber gesprochen, was der BFS macht und wir werden bestimmt noch ein paar weitere Punkte hören, weil das ist natürlich noch lange nicht alles. Das ist jetzt nur sozusagen ein Bereich, den wir ganz kurz hier uns angeschaut haben. Ich wollte einen kleinen Cut machen und kurz darüber sprechen oder darüber, dass wir mal darüber sprechen, wie wir eigentlich zum BFS gekommen sind oder warum wir da sind, um auch mal diese Perspektive reinzubringen. Bei mir, ich fange mal an.

18:25 Sprecher: Ja, deins ist spannender als bei mir.

18:26 Moderation: Ich weiß ich nicht. Bei mir war es so, ich habe angefangen zu schneiden und habe mich aber nie als jemand gesehen, der das beruflich macht, sondern ich dachte immer, weil das während dem Studium passiert ist, ich mache das einfach, ich kann damit Geld verdienen. Und ich wollte mich nie vorstellen mit, hallo ich bin Rainer, ich bin Filmediter, ich schneide, sondern was auch immer ich dann später mache, das wusste ich nicht und wollte ich auch noch nicht. Und habe dann immer gesehen, es gibt diesen BFS, okay, da muss man irgendwie Langfilme geschnitten haben, das war damals noch so ein Kriterium. Und ich habe mich da nie hingetraut, weil ich mich nie so gesehen habe.

19:00 Und irgendwann kam dann bei mir aber der Switch, wo ich dann dachte, okay, das ist es jetzt, wahrscheinlich werde ich das jetzt schon länger machen und dann habe ich mich erst zu euch getraut. Und lustigerweise habe ich über einen Kollegen dann so den Erstkontakt gehabt mit jemandem vom BFS, indem ich Jan dann auf einmal angerufen habe, weil Jan war aber, du warst da noch nichts im BFS, im Sinne von du hast ja nichts organisiert.

19:23 Sprecher: Ich glaube, ich war Städtevertreter.

19:24 Moderation: Du warst schon Städtevertreter, okay, genau. Und dann, das war sozusagen mein erster Kontakt. Und dann war ich da zum ersten Mal bei so einem Treffen in Köln, wo sich alle Filmelitorinnen getroffen haben und über so ein Thema gesprochen haben. Und das war ganz toll, weil ich dann verstanden habe, da sind noch mehr Leute wie ich mit den gleichen Problemen, ein paar mehr als ich, ein paar weniger als ich, aber ich kann auch was beitragen und ich nehme unglaublich viel mit dadurch. Auf einmal spüre ich, ach, das sind ja ganz viele. Und das hatte ich vorher nicht. Und das war für mich so ein Augenöffner. Okay, man kann sich vernetzen und das bringt tatsächlich sehr viel.

19:58 Also seitdem weiß ich, okay, da gehöre ich jetzt hin und da hole ich mir auch sozusagen Energie, wenn ich welche brauche.

20:06 Sprecher: Um dann aber den Bogen vielleicht mal kurz noch einzuschieben ist, das heißt, das, was dir viel geholfen hat, war der Moment, dass du die lokalen Treffen besucht hast. Also das, was du ja dann auch später selber als Städtevertreter organisiert hast. Und wo, wenn jemand Lust hätte, da hinzugehen, der sich einfach dann an die lokalen Menschen wenden kann.

20:30 Moderation: Genau. Was war die Frage? Ich habe es nicht verstanden.

20:32 Sprecher: Nein, das war nur ein Bogen.

20:33 Silke Spahr: Ich habe nur was erklärt. Ich habe es nicht verstanden.

20:36 Sprecher: Jetzt komme ich ja dann zu meiner Geschichte, wie ich jetzt hier festgekommen bin.

20:38 Moderation: Erzähl doch mal deine Geschichte, Jan.

20:40 Sprecher: Ja, bei mir ist es total langweilig, wie ihr wisst. Ich habe viel studiert.

20:45 Moderation: Eine Geschichte muss einen spannenden Anfang haben und ein spannendes Ende.

20:48 Sprecher: Nee, manchmal ist es ganz gut, wenn man den Anfang langweilig macht, weil dann denkt man hinten raus, ah wow.

20:53 Moderation: Okay, ich bin gespannt.

20:55 Sprecher: Nur bei mir bleibt alles langweilig. Auf jeden Fall habe ich Film studiert. In der Filmschule gab es Barbara Hennings, die, glaube ich, seit den Anfangstagen beim BFS dabei ist. Dementsprechend gab es gar keine andere Option. Es war völlig klar, dass man den BFS kennenlernen muss. Das ist ein Punkt, der mitunter manchmal doch noch immer zu der Zeit passierte, dass man gar nichts vom BFS mitbekam, als in dem Beruf arbeitende Person. Für uns gab es diese Option gar nicht. Wir sind von Barbara schon frühzeitig auch in die ganz alte Geschäftsstelle mal geführt worden und haben mit den damaligen Vorständen gesprochen.

21:44 Silke Spahr: Wo war diese alte Geschäftstelle denn damals?

21:47 Sprecher: Auch Berlin. So viel kann ich sagen. Mehr weiß ich auch nicht, aber ich weiß noch, dass wir Claudia Gleisner trafen und die uns über den BFS informiert hat. Also das muss fünf, sechs Jahre noch vor dir gewesen sein, nehme ich an.

22:04 Silke Spahr: Ja, dann war das wahrscheinlich in Schöneberg, die Geschäftsstelle in der Frankenstraße.

22:08 Sprecher: Das kann sein, genau. Also das war auch noch nicht im Erdgeschoss.

22:12 Moderation: So viel kann ich sagen.

22:12 Sprecher: Er hatte eine größere Küche. Daran erinnere ich mich. Das gibt es dann mit zehn Leuten in der Küche.

22:17 Moderation: Es gibt aus der Zeit ganz tolle Fotos noch, die ich ausgegraben habe.

22:21 Silke Spahr: Das ist danach.

22:22 Moderation: Ach, das war danach. Da war ich schon ein ordentliches Mitglied. Aber noch vor Silke.

22:25 Silke Spahr: Noch vor Silke.

22:26 Sprecher: Das war die Jahreshauptversammlung, wo du Fotos von gefunden hast, wo entschieden wurde, dass man nach dir suchen würde.

22:34 Moderation: Wenn ihr die Fotos sehen wollt, schreibt mich einfach an. Ich habe die. Oder lasst es.

22:39 Silke Spahr: Ja, gerne. Vielleicht.

22:42 Sprecher: Naja, ich glaube, ich habe auch schlimmere Fotos als die. Auf jeden Fall bin ich zu dem Zeitpunkt. Dann wusste ich vom BFS und habe das dann irgendwann auch vor allem dadurch kennengelernt, dass ich in einer anderen Stadt geschnitten habe. Und dann ist da auch wie bei dir diese lokalen Treffen gab, wo man sich einfach mal hingehen konnte. Und ich dachte, wie praktisch. Ich bin hier in einer Stadt, wo ich niemanden kenne. Dann gehe ich doch einfach mal zu diesen Veranstaltungen. Und das war sehr schön. Allerdings, wie dann am dritten Abend nacheinander in dieser Zeit immer nur über Gagen gesprochen wurde, habe ich gedacht, okay, es muss auch noch ein anderes Thema geben, als immer nur über die Gagen zu sprechen.

23:24 Moderation: Also man kann sagen, Jan war ein Kind, als er in den BFS gekommen ist. Also quasi direkt nach dem Studium. Und ich war schon erwachsen. Und wusste zwar noch nicht, wohin mit mir, aber ich war erwachsen. Das sind so die unterschiedlichen Stände. Aber du warst aber auch schon erwachsen, Silke, dass du quasi zu uns oder in den BFS gestoßen bist. Ja, ganz knapp.

23:43 Silke Spahr: Knapp aus der Pubertät direkt in den BFS.

23:45 Moderation: Ja, mit sehr viel Berufserfahrung dann hierher gekommen. Und du bist ja bis heute da. Das sind jetzt wie viele Jahre?

23:53 Silke Spahr: Zehn Jahre. Also ich bin 2016 gestartet. Genau zehn Jahre, 26.

23:58 Moderation: Und seitdem hat sich ja sehr viel getan. Also das spüren ja alle Mitglieder. Und der BFS ist ja stark gewachsen jetzt auch in der Zeit. Also sehr viele Mitglieder dazu gekommen. Wie viel hat der BFS jetzt momentan ungefähr?

24:09 Silke Spahr: Ungefähr 700 Mitglieder, ja.

24:11 Moderation: Und das ist einer der Mitglieder stärksten Verbände?

24:14 Silke Spahr: Der stärkste. Unter den Urhebern in der Branche die Schauspieler sind einfach noch mehr. Also das sind ungefähr 3000 Mitglieder, weil es auch eben sehr viele Schauspieler gibt. Ja, klar. Aber dann sind wir schon von den Verbänden tatsächlich der Größte geworden. Und ich finde es spannend an euren Geschichten, dass zum einen, Rainer, du ja nochmal erwähnt hast, was früher so ein komisches Gefühl war, dass der BFS so ein elitärer Club ist. Das hat sich, glaube ich, auch in den letzten Jahren sehr verändert, weil ja auch sehr viele von den jungen Mitgliedern eben nicht mehr diese klassischen Langfilmeditorinnen sind, sondern eben aus allen Bereichen kommen. Und wir hoffen ja immer, dass wir da jetzt dem etwas entgegensetzen können, dass wir nicht mehr dieser elitäre Club sind.

24:54 Moderation: Ich habe da so ein bisschen, ich spüre da immer noch so sozusagen diese alte Generation. Ich so als Mitglied aus meiner Perspektive spüre das immer noch. Und ich sehe aber auch, dass sich das geändert hat. Also in den BFS darf jeder jetzt reinkommen, der schneidet. Und trotzdem sind ja diese über 700 Mitglieder, das sind ja nicht alle Editorinnen Deutschlands. Es gibt ja viel mehr. Also wie viel mehr? Ich glaube, da gibt es keine genauen Zahlen. Wahrscheinlich nur Schätzungen. Es sind erst Tausende.

25:23 Silke Spahr: Es gab mal so eine Einschätzung über Crew United, wer da sich als Editorin sozusagen eingetragen hat, dass es um die 1500 sind. Also 1500 bis 1800 war so eine Idee.

25:32 Moderation: Und selbst da, wir kriegen das ja über den Podcast mit. Also unser Podcast hat sich auf die Fahnen geschrieben, wir sprechen nicht nur mit denjenigen, die die großen Kinofilme schneiden, sondern wir sprechen mit allen Leuten, die schneiden. Das kann die Tagesschau sein, das kann aber auch das TikTok-Video sein. Und wir haben festgestellt, in der Recherche ist es ab einem gewissen Grad furchtbar schwierig, Kolleginnen zu finden, weil die sich nicht sammeln oder im Internet so einen Ort haben. Also es gibt zum Beispiel kein Crew United für Industrie-EditorInnen. Alle, die Wirtschaftsfilme schneiden, die sammeln sich eigentlich nicht. Also es ist wirklich schwierig, an die zu kommen. Das gleiche gilt für die YouTube-Leute oder die TikTok-Leute.

26:09 Wir haben wirklich Schwierigkeiten, die zu finden. Und die heißen auch mitunter anders. Also zum Beispiel Leute, die auf YouTube schneiden, nennen sich ganz oft dann doch Creator, weil sie sich drehen, weil sie selbst drehen, weil sie es natürlich auch selbst schneiden. Das ist für die selbstverständlich. Meine Frage ist eher so, sind alle willkommen? Sollen die alle auch in den BFS? Ist das auch so ein Ziel sozusagen?

26:30 Silke Spahr: Also ich glaube, es ist auf jeden Fall ein Ziel, das ist ein politisches Ziel, was der Vorstand eigentlich bestimmen muss. Ich bin ja in der Geschäftsführung eigentlich dann immer diejenige, die die Ideen des Vorstandes umsetzt. Also meine Wahrnehmung ist aber auf jeden Fall, dass der Vorstand den BFS öffnen möchte für alle Editorinnen oder Creatorinnen. Es wäre ja auch total blöd zu sagen, die Leute wollen wir nicht. Wo wollen wir denn da anfangen? Was ist das für eine Bewertung? Weil das ist ja das, was wir im Verband eigentlich nicht wollen. Ist denn ein Editor, der ein Langformat schneidet, ein besserer Editor als jemand, der ein kurzes Format macht oder für die Werbung oder wo auch immer arbeitet.

27:06 Das ist doch eigentlich alles gleich. Und das Schöne für mich als Nicht-Editorin ist, am Ende erzähle ich den Sender immer, es piepen hier Haken egal, was wir schneiden. Es ist auch egal, was das für ein Material ist. Am Ende erzählt er, das ist das Tolle an eurem Job, die persönliche Sicht auf die Geschichte und ein Jan-Material, das ich ihm gebe, ganz anders schneiden als Rainer und auch ein Format anders interpretieren als jemand, der im Prinzip vielleicht das noch nie geschnitten hat. Und ich glaube, das ist das, was wir nach außen transportieren wollen. Wir sind offen. Wir müssen auch offen sein. Wir müssen die Dinge auch fließen lassen.

27:45 Sie passieren mit uns. Das ist nichts, was wir steuern können, weil auch Kontrolle ist ja so eine schöne Illusion. Wir können es nicht kontrollieren. Und ich finde diesen Prozess als jemand, der es beobachten darf, auch total spannend, weil keiner von uns weiß wahrscheinlich, wenn wir uns in zehn Jahren wiedersehen, wie sich das entwickelt hat. Das wissen wir schon in fünf Jahren nicht.

28:05 Moderation: Ich weiß, meine Empfehlung wäre, dass wir in zehn Jahren einen Verband haben, der ein bisschen anders heißt. Ich finde tatsächlich, aber das ist nur meine Meinung jetzt, das Bundesverband Filmschnitt, hier Film-Editor. Wie heißt der jetzt eigentlich, der Verband?

28:19 Sprecher: Bundesverband Filmschnitt?

28:22 Moderation: Heißt der noch Editor?

28:23 Silke Spahr: Editor nicht, aber Filmschnitt heißt es.

28:26 Moderation: Ich glaube, das ist für Leute, die nicht da drin sind, nicht da drin stecken, irritierend, das Film dabei beim Schnitt.

28:33 Silke Spahr: Ja, aber ihr wisst, woher es kommt. Das kommt aus dem Urheberrecht. Für ein Werk.

28:38 Moderation: Ich glaube, das ist aber trotzdem in der Kommunikation schwierig, weil wie viele Leute habe ich schon gesprochen, die mir gesagt haben, ja, aber ihr macht ja Filme. Also ich mache ja keine Filme. Mir ist das aufgefallen. Es gibt hier diesen Vorfall, Jan, da kannst du gleich noch was dazu erzählen, weil du hast dich da mehr auf jeden Fall eingearbeitet als ich. Da gab es mal so einen Vorfall, wo es darum ging, dass Cutter, die, was war das, Twitch-Streams geschnitten haben, sehr schlecht bezahlt werden. Und das wurde aufgedeckt journalistisch und journalistisch aufbereitet. Und ich habe da so ein Video gesehen, so ein deutsches Reaction-Video da drauf.

29:14 Und einer von den Kommentaren unter dem Video besagte, Cutter, der Welt vereinigt euch im Sinne von, ja, aber dann schließen wir uns doch mal alle zusammen, dann haben wir vielleicht gar kein Problem mehr. Und ich dachte nur, lustig, gibt es doch, es gibt doch den BFS. Aber der ist so, so nicht verbunden mit diesen YouTube-Leuten.

29:30 Silke Spahr: Das verstehe ich von dem Namen her, ja.

29:31 Moderation: Genau. Und das ist natürlich auch einer der Gründe, warum wahrscheinlich diese Welten noch nicht verbunden sind. Aber wir wollen ja eigentlich verbunden sein.

29:40 Silke Spahr: Ich kann das mal als Auftrag an den Vorstand mitnehmen. Das ist auch etwas, was uns ständig und ihn ständig beschäftigt. Es ist auch interessant, bei Kamera das gleiche Problem. Bildgestaltung, Kinematographen. Genau. Das ist im Prinzip ohnehin schwierig, euren Beruf mit der deutschen Sprache gerecht zu werden. Also das kann ich mal als Jurist sagen, wenn ich versuche, dem Sender zu erzählen, was machen deine Mitglieder, um das neutral zu formulieren? Das ist eine Herausforderung. Ich bin froh, dass ich Stefan Essl dabei habe. Ich kann das immer wunderbar. Aber allein dieses immer wiederkehrende Ja, wir formen die Geschichte, den Rhythmus, das ist ja alles, wird dem ja nicht gerecht.

30:22 Also seid ihr die Kompositeure, die orchestrieren die Geschichte? Also Sprache muss eigentlich für euren Beruf neu erfunden sein.

30:30 Sprecher: Vielleicht ist der Begriff auch einfach nicht das Thema. Vielleicht, weil die Leute, sie machen vielleicht auch alle was anderes oder fühlen sich zumindest alle auch sehr unterschiedlich. Und vielleicht ist es schon okay, dass man einen anderen Namen für jeder, für sich hat. Aber ich glaube, das, was sozusagen das Entscheidende ist, ist es sozusagen das Ziel einer Vernetzung von allen. Also gibt es diese Plattform, wo sich alle dann wiederfinden, weil wir ja doch sehr, sehr unterschiedlich sind. Und das merken wir mit unserem Podcast ja gerade ganz besonders. Also wenn ich mir angucke, was für ein Unterschied zwischen demjenigen liegt, der den Tageshaubeitrag schneidet und vielleicht der Bildmücher beim Live-Fußball.

31:21 Das sind völlig unterschiedliche Plattformen.

31:23 Silke Spahr: Aber es gibt ja zwei verschiedene, es gibt die Berufsidentität, da kann sich ja jeder nennen, wie er will, Cutter, Editor, Film-Editor oder Creator. Die Frage ist, was ist da oben drüber? Das war mein Punkt. Wie nennen wir das?

31:36 Sprecher: Nerds.

31:37 Silke Spahr: Beispielsweise.

31:38 Sprecher: Aber ich glaube, ein bisschen müssen wir, weil du mich jetzt eben ja so gebeten hast, das mal kurz zusammenzufassen. Und zwar ist es der Cutter-Streit, den du eben genannt hast zwischen dem Creator Papaplatte und seinem Cutter Pamabou. Ich finde, die Namen sind schon fantastisch. Aber was man diesen Moment wirklich lassen muss, ist, dass da etwas passiert ist, was glaube ich selten passiert. Und zwar hat das gesamte Internet über ein Problem gesprochen, was da aufgetreten ist. Ich glaube, das, was du meinst, dass das journalistisch aufgedeckt wurde, ist, das war eher eine Nachberichterstattung. Die beiden haben sich sozusagen über ihre Kanäle, nennen wir es mal, gestritten, darüber, wie die Bezahlung war.

32:29 Und es geht einfach darum, dass das ganz andere Systeme waren. Das ist alles irgendwie erwachsen. Man erst war eine Gewinnbeteiligung. Beide hatten eine Beteiligung. Und dann wurde sich aber darüber gestritten, wer denn jetzt mehr Anspruch hat, weil er der, wer denn wichtiger ist. Was ich daran so spannend fand, ist, dass das ein so großer Aufschrei war, den ich wirklich auf verschiedenen Ebenen gehört habe. Aber es sozusagen, da ist ja wirklich was gebraucht hätte, was sozusagen oben drüber steht, wo man das sozusagen einordnet. All diese Diskussionen, die dann da stattgefunden haben. Und das ist ja das, was du dann auch eben meintest, mit dem Katter vereinigt euch.

33:11 Dass man, glaube ich, gerade da was finden muss, was sozusagen da drüber steht. Aber dann, glaube ich, würde sich der Verband extremst verändern, wenn man diesen Weg gehen würde. Weil dann würde er ja auch extrem groß und extrem vielfältig. Und die Frage ist, wäre sowas überhaupt möglich?

33:33 Silke Spahr: Also ich denke mal, der erste Schritt, der für uns auch immer schon wichtig war in dieser Diskussion, war die hohe Relevanz von dem Filmschnitt. Weil darum ging es ja auch, zu sagen, dass eigentlich die Editorinnen, Katter oder Creator ja auch den Influencer oder das, was er sagen will, durch ihre Gestaltung mitbestimmen. Und zwar zu einem erheblichen Maße, wie auch, dass die Filmeditoren beim Kinofilm machen. Eine Handschrift. Er hat eine Handschrift und er kreiert da einen Charakter. Und dieser Streit hatte den einen Aspekt, dass er betrogen wurde. Also den lassen wir jetzt mal außen vor, weil der ist in jedem Fall unangenehm. Spannend ist aber, wie finden sich neue Geschäftsmodelle, in denen die Relevanz der Arbeit fair abgebildet wird.

34:13 Und deshalb war dieser Streit so spannend. Und diese Fairness und diese Angemessenheit, oder wie immer man das nennen will, die muss man erst mal herausfinden. Und da waren ja unheimlich viele Aspekte, die auch in unserem Bereich zutage kommen im Debütfilm. Man will erst mal einsteigen, man will erst mal den Fuß in der Tür haben. Alles, was wir überall hören, machen wir ein bisschen günstiger, weil du kannst ja froh sein, dass du hier was lernst. Also es fängt damit an mit dem Selbstverständnis, mit wie viel Selbstwertgefühl kann ich in Verhandlungen gehen, was ist meine Rolle und was ist sie wert. Eigentlich die gleichen Fragen, die wir uns auch in jedem anderen Format stellen.

34:46 Und deshalb glaube ich, wäre es spannend, diese Leute zu erreichen, weil das ist ein Markt, der natürlich wächst. Und im Prinzip muss es aber eine intrinsische Motivation, dieser Leute zu sagen, okay, ich brauche hier Unterstützung. So ein bisschen wie Leute zu einer Agentur gehen. Also ich finde, da müsste man sich anbieten. Das könnte auch ein Vorstand sagen, wie viel können wir als Verband noch wachsen? Was wollen wir? Aber auch verbunden mit der Frage, wo geht audiovisuelle Produktion hin? Was ist das Seeverhalten in Zukunft? Und vielleicht tauscht sich da ja auch was aus. Also ich würde auf jeden Fall dem Vorstand das mit auf den Weg geben, darüber nachzudenken, auch da im Prinzip unterstützend zu sein.

35:27 Weil genau genommen sind es die gleichen Fragen, die wir auch beantworten. Und es wäre schon spannend für mich, sowohl juristisch als auch wirtschaftlich, mir zu überlegen, was könnten denn gute Modelle sein? Wie kann man auch gute Verträge entwickeln? Das wäre ja auch etwas, was Spaß macht. Und wir haben ja auch gerade in Produktionen, wo kein Geld da ist, sind wir ja schon sehr kreativ geworden, wie man mit solchen Situationen umgeht, wo nicht gleich am Anfang klar ist, dass Millionen verdient werden. Also wir können das leisten. Der Vorstand muss entscheiden, ob er es leisten will. Ich glaube, es ist auch die Zukunft. Darum sollte man es zumindest versuchen, diese Leute zu erreichen.

36:04 Moderation: Also alle Leute, die noch nicht im BFS sind, die das noch nicht erreicht haben, kommt doch mal und guckt mal. Vielleicht gibt es ja Hilfe. Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten, wie der BFS auch euch unterstützen kann. Das hören ja unsere Leute, die nicht im BFS sind.

36:18 Sprecher: Und wir haben ja auch demnächst noch mal Gespräche mit Leuten, die mehr im YouTube-Welt arbeiten. Vielleicht fragen wir einfach die mal, was sie sich wünschen würden, was der Weg wäre, wo ein Verband hingehen müsste, damit sie sich vorstellen könnten, davon Vorteil zu haben.

36:38 Silke Spahr: Ladet sie einen mich anzusprechen. Ich habe ein unglaublich großes Interesse daran, mich mit ihnen auszutauschen. Egal, was jetzt aber herauskommt, aber einfach, um mehr darüber zu erfahren, weil wir erfahren es ja immer nur aus zweiter Reihe. Wenn man ein, zwei Leute trifft, die einfach mal anrufen, gib ihnen einfach mal meine Telefonnummer.

36:53 Sprecher: Machen wir sehr gerne.

36:54 Moderation: Du musst, glaube ich, auch auf Instagram vertreten sein, Silke. Bist du da? Weil dann, dann vielleicht schreiben die dich lieber so an.

36:59 Silke Spahr: Ja.

36:59 Moderation: Manche wollen ja gar nicht so gern telefonieren.

37:01 Silke Spahr: Können sie, können sie, ne? Okay. Alles klar.

37:03 Moderation: Alles klar. Machen wir. Sag mal, Silke, so eine Arbeit ist ja nicht so ohne, weil du hattest vorhin schon gesagt, du bist seit 2016 dabei und da begannen schon diese Verhandlungen mit ProSieben. Das hat ja eine Zeit gedauert. Ich hab vorhin gesagt, Angela Merkel hält da mitunter bis 3 Uhr nachts durch oder vielleicht auch bis zum nächsten Morgen. Da braucht man ja einen sehr langen Atem. Und wir spüren das ja an dir, du hast ja sehr viel Energie und du gehst da positiv in diese Sachen rein. Aber gibt es da auch mal Situationen, wo die Energie einem ausgeht? Also, weil das, ich kann es mir, ich stelle es mir einfach vor, dass man so einen langen Atem braucht, dass das ja nicht immer gehen kann.

37:39 Vor allen Dingen, wenn da kein Ende in Sicht ist. Du hast vorhin angedeutet, die Verhandlungen mit ARD und ZDF sind schwierig, wie geht man denn damit dann um?

37:48 Silke Spahr: Also, es gibt Situationen, die sind deshalb schwierig, weil man das Gefühl hat, man läuft gegen eine Wand. Also, wenn du einen gegenüber hast, das nicht bereit ist, sich einen Zentimeter zu bewegen, wo der das eben seine Rolle nutzt, als größter europäischer Sender zu sagen, er kriegt nichts Punkt, dann macht das was mit einem. Also, das ist eine Energie, die ist schwierig. Also, da kommt so ein Gefühl, Vion macht auf und du stehst da und denkst so, oh Hilfe, was mache ich jetzt? So, dann kann ich nur sagen, bin ich froh, dass ich nicht alleine bin. Weil dann haben wir die Kollegen an der Seite und sagen, so wir müssen jetzt mal rausgehen, wir müssen jetzt mal eine Runde in der Sonne drehen und sagen, wir sind gleich wieder da.

38:26 Also, man sollte eine Möglichkeit haben, mit dieser Energie umzugehen und sie rauszulassen. Also, ich mache das immer, ich begleite. Also, ich habe vor, wie lange ist das eigentlich schon hier, vor sehr langer Zeit eine dreijährige Ausbildung als Supervisorin und Organisationsentwicklerin gemacht. Und da habe ich den großen Vorteil erlebt, wie es ist, wenn man sich regelmäßig begleiten lässt von einer Supervisorin. Das machen jetzt Ärzte auch oder Psychologen oder Leute, die viel mit Energie zu tun haben, die nicht gut ist für einen. Und das mache ich. Also, ich gehe einmal im Monat zu einer Supervisorin, zu einer Kollegin und versuche, diese Energie wieder loszuwerden. Weil das setzt sich auch auf ein, dass da geht so ein bisschen das spielerische verloren.

39:09 Weil man sollte auch Verhandlungen und alles, was ich für den BFS leiste, so ein bisschen auch als Spiel sehen. Weil ja die Spielfreude bleiben soll. Weil die Motivation für mich ist, dass es Spaß machen soll. Und wenn ich eine gute Energie habe, kann ich auch viel erreichen. Wenn ich in einer schlechten Energie bin, also wenn mir zum Beispiel Vertrauen fehlt, wenn mir das Vertrauen des Vorstandes fehlt, dass ich das Beste für die Mitglieder erreiche, dann kann ich nicht erfolgreich sein. Und ich kann erfolgreich sein, wenn ich hinter mir in schwierigen Situationen, wo ich Ohnmacht empfinde, von dem Vorstand und von den Mitgliedern unterstützt werde. Weil ich weiß, die motivieren mich, das zu machen.

39:52 Aber es gibt auch schwierige Situationen. Ich meine, Stefan und ich haben oft schon mal telefoniert und geflucht und geschrien. Und es gibt auch Kollegen, die dann irgendwann sagen, das reicht mir jetzt. Das Interessante ist, ich denke immer, wenn ich die Verbindung zu den Menschen halte, gibt es immer ein Ergebnis. Das kann sein, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin. Aber ich würde jetzt nicht aufgeben. Da bin ich jetzt nicht wie Frau Merkel. Aber es ist schon so, ich gebe jetzt nicht auf. Ich gehe mit einem Ergebnis raus. Es kann sein, dass ich damit nicht ganz so zufrieden bin. Aber ich schließe es nie ab, um zu sagen, ich stelle mich hier dem nicht mehr.

40:28 Also das würde ich nicht.

40:29 Sprecher: Es ist aber ja auch spannend, dass du gesagt hast, du gehst in so Verhandlungen auch immer und versetzt dich in die gegenüberliegende Partei rein und guckst da. Ist das nicht auch besonders belastend?

40:44 Silke Spahr: Also, sagen wir es mal so, ich habe ja zehn Jahre direkt für die ARD gearbeitet. Ich weiß also, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite zu sein. Das ist ja eine sehr machtvolle Position. Und ich muss sagen, ja, ich habe, ich kann mich in beide Seiten gut hineinversetzen. Und die Energie, die mich nervt, ist, dass sie keine einzige Sekunde überlegen, wie sie mir geben, wie sie mir auf die, also der Sender ist ja sehr spürbar mit seiner Macht. Aber diese Abwertung von deren Seite, dass wir diese Macht nicht haben und sie glauben manchmal, ich werde, also ich muss ja auch keine einzelnen Sender nennen, aber einige denken, sie können mit uns machen, was sie wollen.

41:25 Das macht mich richtig sauer und das ist auch eine gute Energie. Also das Einzige, was wirklich ganz schwierig ist, ist, wenn Vertrauen fehlt. Also das ist die einzige Sache, die mir zu schaffen macht. Mit allem anderen kann ich umgehen und wenn nicht, dann sagt mir meine Supervision, wie ich es mache. Das kann ich euch auch übrigens immer empfehlen, wenn man auch in kritischen Situationen ist. Ihr wisst ja, ich berate ja auch die Mitglieder. Also ich habe sehr, sehr viele kritische Situationen, wo Mitglieder in einem massiven Konflikt mit der Regie kommen oder mit Produzentinnen oder wo sie in Lebenskrisen sind. Weil Mitglieder können ja im BFS mich auch anrufen, wenn sie in einer Krise sich befinden, die entweder wirtschaftlich ist oder psychologisch.

42:08 Das bedeutet, ich habe unheimlich viele Situationen, in denen ich nicht nur in Verhandlungen, sondern auch im Miteinander mit den Mitgliedern auch an Grenzen komme, weil die Mitglieder in ihre Grenzen gekommen sind. Und da empfiehlt sich, das mache ich auch immer, diesen Blick von außen nochmal jemanden entweder wie mich anzurufen oder wenn ich nicht weiterhelfen kann, noch jemanden damit draufschauen zu lassen. Das macht alles sehr attraktiv.

42:33 Moderation: Aber Silke, um auch dich zu schützen, wir haben von Theo Strittmatter gelernt im Gespräch mit Dirk Grau. Theo hatte erzählt über so einen Energiefluss bei ihm. Der hatte nämlich gesagt, das mit dem Schneiden, das hat ihm so viel Energie gekostet. Das wurde zwar gut, aber es ist so viel Energie rausgegangen aus ihm. Das kam irgendwie nicht zurück. Und da hat er dann irgendwann gemerkt, vielleicht ist es das nicht mit dem Schneiden. Und das, glaube ich, kann man auch jetzt mal so auf die Geschäftsführerin gemünzt auch sagen, weil du gibst ja unglaublich viel Energie, wenn du Beratungsgespräche machst, du musst dir die Energie irgendwo reinholen. Das meintest du auch mit, gerade mit positiver Negerenergie.

43:09 Wenn man so viel hört von Sorgen und Problemen und Wänden, wo es nicht weitergeht und Ohn macht, dann musst du ja irgendwoher das wiederholen. Weil sonst, das finde ich auch persönlich das Schwierige an Vereinsarbeit. Das ist nicht wie eine Firma, wo man einfach mal schnell was entscheidet, sondern das muss ja mit allen abgestimmt sein, mit allen Mitgliedern. Und das würde mich persönlich tatsächlich erstmal hindern, glaube ich, in den Vorstand zu gehen, weil ich ein bisschen Angst hätte vor dieser ganzen Arbeit, die da vor einem liegt. Also das geht einfach auch sehr langsam nur voran in so einem Verein, oder? Also so Entscheidungen.

43:45 Silke Spahr: Eigentlich überhaupt nicht. Eigentlich überhaupt nicht. Weil wir hatten jetzt einen riesigen Vorstand. Sagen wir mal, die größten Vorstand, die wir bislang hatten, war, früher kamen wir an sechs, sieben. Wir haben jetzt erhöht auf neun Leute. Die Aufgaben sind verteilt und die Leute, es entsteht eine eigentlich großartige Dynamik in diesen Vorstandssitzungen, weil es sind jetzt ganz viele verschiedene Leute mit unterschiedlichen Energien. Das ist wie ein Sparing-Partner und das ist wie ein Ping-Pong-Spiel. Jeder hat zu einem Thema eine Idee und die werden gesammelt. Und am Ende wird es umgesetzt. Und es wird ganz schön viel umgesetzt. Ich mache jetzt keine Werbung, aber im Jahresbericht kann man sehen, wie viel dieser Vorstand auch geschafft hat.

44:21 Und ich finde, das geht relativ schnell. Also von der Idee zur Umsetzung. Also natürlich, die Verhandlungen dauern lange. Das wäre jetzt mal ein Gegenlichtbeispiel. Mit dem ZDF handeln wir seit sechs Jahren. Also das ist wirklich so mühsam, so mühsam. Aber Ideen wie zum Beispiel das Mentorenprogramm, darüber haben wir mal gesprochen. Oder zum Beispiel die ersten Netzwerktreffen mit dem Regieverband oder so. Da ist dann zwischen der Idee, die Antonia hatte, rüber zum Regieverband gespielt. Ich glaube, acht Wochen später war das erste Treffen. Also das geht schon auch schnell. Es ist eben nur nicht so sichtbar. Also es ist für euch vielleicht nicht so sichtbar, weil diese Energien im Vorstand, also von der Idee bis zur Umsetzung, das kriegt ihr jetzt nicht so konkret.

45:08 Aber ich kann sagen, das geht total schnell. Und der Vorteil im Vorstand ist, jeder kann ja für sich die Themen wählen, auf die er Lust hat. Und dann ist da eine intrinsische Motivation. Und es gibt so viel zu tun, dass jetzt auch nicht alle sagen, wir müssen uns jetzt alle an diesem Thema beteiligen, sondern man kann es verteilen. Und dadurch passiert auch viel. Und ich glaube, dass es auch viel Spaß macht. Ich will jetzt nicht alles mit Spaß betiteln, aber es ist tatsächlich, wir haben jetzt drei, vier Sitzungen gehabt, wo wir Vorideen nur so gesprudelt haben. Und dann haben wir festgestellt, Mist, die Hälfte des Vorstandes tritt ja jetzt gar nicht mehr an.

45:43 Was machen wir denn jetzt? So, und das ist, glaube ich, eher die Energie, die aus dem Vorstand kommt. Und man kann tausend Ideen haben. Also genau, was wir heute schon gemeinsam entwickelt haben, wäre ja schon die Arbeit fürs nächste halbe Jahr, auf die Leute zuzugehen, die in Bereichen tätig sind, die wir noch nicht haben, mit ihnen zu sprechen. Das ist allein schon ein Projekt.

46:02 Moderation: Ja, voll.

46:03 Sprecher: Aber ich finde, das, was du jetzt gerade immer mit Spaß betitelt hast, das ist ja einfach ein anderes Wort. Wenn wir mit Theo da gehen würden, das ist ja das, was an Energie zurückkommt. Also du hast noch scheinbar mehr Energie, die zurückkommt, als das, was reingeht. Und das ist doch dann total super.

46:22 Moderation: Offensichtlich, nicht nur scheinbar.

46:24 Sprecher: Dann habe ich da das falsche Wort genutzt. Ich meine, natürlich offensichtlich.

46:31 Moderation: Was müssen wir denn noch sagen?

46:33 Sprecher: Ich bin auf jeden Fall dafür, dass wir jetzt mit den Kategorien loslegen.

46:37 Moderation: Ja, das macht dich neugierig, das macht dich neugierig, warte mal.

46:40 Sprecher: Liebe Filmfreunde, kommen wir nun zu unserer Rubrik Knutsch the Kintop. Was sind ihre Darlings?

46:47 Sprecher: Du hast dich ja dann, seit du beim BFS bist, bestimmt bei Filmen auch immer mal wieder gefragt, wie hat der das denn im Schnitt gemacht? Hast du vielleicht mehr auf den Schnitt geachtet? Und deshalb ist das unsere Frage nach dem Film, wo du den Eindruck hast, der ist am besten geschnitten worden.

47:04 Moderation: Das darf auch ein Film von Janine Dauterich sein.

47:09 Silke Spahr: Oh mein Gott! Da kann ich jetzt hier nur die falsche Antwort geben, weil jeder erwartet jetzt, was ich denen nenne.

47:20 Sprecher: Vielleicht auch was aus einem anderen Land. Dann bist du sicher, dann ist keiner beleidigt.

47:27 Moderation: Ich finde das schon gut, wenn sie die anderen 700 Mitglieder beleidigt. Das darf auch ein Film sein, der reiner geschnitten hat. Genau, den ich geschnitten habe.

47:40 Silke Spahr: Kann man auch die Aussage verweigern? Das würde ich jetzt an diesen…

47:42 Sprecher: Aber wir haben noch vier andere Kategorien. Also man darf es nur einmal verweigern.

47:48 Silke Spahr: Sag mal, wie hieß nochmal dieser Film mit Dassandra Bullock, der in Space stattfand?

47:55 Moderation: Ah, Gravity.

47:56 Silke Spahr: Gravity, okay. Ich nehme jetzt mal den, weil ich zum ersten Mal im Kino war und das Gefühl hatte, dass ich ahnen könnte, wie sie es anfühlt. Und das hatte natürlich mit Kamera, aber auch mit Schnitt zu tun. Das war das erste Mal, dass ich ein Magengrummeln im Kino hatte, weil ich dachte, ich verstehe die Faszination und gleichzeitig, oh, beängstigend. Und deshalb wähle ich den, schon sehr alten Film, an dessen Fiedel ich mich nicht mehr erinnert habe, aber an das Gefühl.

48:24 Moderation: Da sagst du was, weil wenn man das Gefühl hat, das was du mit Magengrummeln beschreibst, dass man drin ist und so, dann heißt das, das ist ein Großteil der Montage. Also eine sehr gute Wahl, ist okay, die Antwort. Trotzdem hast du 700 BFS-Klieder jetzt mit, aber ist okay.

48:41 Silke Spahr: Ich finde alle Filme meiner Mitglieder toll.

48:43 Moderation: Natürlich, natürlich.

48:44 Silke Spahr: Selbstverständlich.

48:45 Moderation: So, nächste Kategorie. Ich bin gerade nicht sicher, ob du nicht vielleicht schon was genannt hast. Wir fragen dann immer alle, mit denen wir sprechen, was denn so ein guter Tipp ist, so für ihren Bereich. Also wenn wir mit Filme-Editorien sprechen, was gibst du denn den Leuten denn so als Tipp gerne?

49:06 Silke Spahr: Zuhören.

49:07 Moderation: Zuhören.

49:08 Silke Spahr: Pass vor allen Dingen bei Editoren, weil sie nicht so laut sind wie andere.

49:12 Moderation: Ich glaube, wir machen noch so eine Psychologiesitzung am Schluss mit dir, damit wir so ein bisschen hören, wie wir so sind.

49:17 Silke Spahr: Das ist so interessant zu hören.

49:20 Moderation: Ich gehe mal in die nächste Kategorie.

49:27 Sprecher: Und zwar wollen wir jetzt das Lieblingszitat, was du so in dem Zusammenhang mit deiner Arbeit schon mal gehört hast, was vielleicht, was ist so der Standard, was sagen Leute, die sie hier reinkommen? Irgendein Zitat, was du immer wieder hörst. Oder in den Verhandlungen.

49:44 Silke Spahr: Also ihr wollt also noch mehr. Und die Antwort ist immer Ja.

49:51 Moderation: Und dann kommt wieder das spielerische von Silke Zitate, sehr gut.

49:55 Sprecher: Ohne die Haare auf den Zähnen.

49:56 Silke Spahr: Das ist aber wirklich gar nicht so nett. Ich versuche aber immer freundlich zu bleiben.

50:02 Sprecher: Wenn ich hinterher sage, wer es war, wirst du sagen, dass es nett war.

50:05 Moderation: Ich glaube, du ahnst es schon. Ich mach mal weiter.

50:09 Sprecher: Auf Montage, die Anekdote der Woche.

50:13 Moderation: Silke, das ist die traditionell schwerste Kategorie, weil hier fragen wir, was ist denn so dir mal passiert in deiner ganzen Laufbahn hier im BFS? Kannst du dich an etwas erinnern, was erzählenswert ist?

50:25 Silke Spahr: Kann ich tatsächlich. Und zwar ist ja das Witzige, ich hatte ja von Anfang an nicht viel Ahnung von Film-Editing. Also habe ich ja ein, zwei Kollegen gefragt, ob ich mal vorbeikommen darf in den Schneiderraum. Und da war ich bei einem Kollegen, bei dem Stefan im München.

50:38 Moderation: Stefan Essl, ja?

50:39 Silke Spahr: Stefan Essl. Und da hat er so einen lustigen Film geschnitten. Und zwar war es eine Kameraführung, die lief, also die Kamera lief den Berg runter und war total schnell. Und am Ende des Berges sollte etwas passieren. Ich saß neben ihm und mir wurde dauernd schlecht. Ich fand das nicht aushalt. Ich dachte, um Gottes Willen, jetzt fängt das schon wieder an. Und diesen Rasen im Tempo, oh mein Gott, ich muss mal raus. Es war so peinlich, weil mit meinem visuellen Verständnis, ich kam nicht aus diesem Gefühl raus, ich sitze in der Achterbahn. Dabei war das nur eine Kameraführung. Und damit war vollkommen klar, warum ich hier rüsselnd bin.

51:12 Das war schick, ja.

51:14 Sprecher: Und er hat sich jedes Mal gefreut, wenn er wieder los ging.

51:17 Moderation: Und dann wusstest du, okay, das ist nicht mein Job, aber ich arbeite gerne für diese Leute, die diesen Schwindel aushalten. Sehr lustig.

51:24 Silke Spahr: Ja, das hat mich aber auch tatsächlich selbst überrascht, weil in so einem großen Raum vor dem Leinwand zu sitzen und diese körperliche Reaktion hat mich auch überrascht. Aber auch das Visuelle, also das ist wirklich für mich nicht machbar.

51:39 Moderation: Ja, wobei vielleicht sagt das auch einfach, dass du vielleicht komplett geeignet bist, weil wir brauchen ja Empathie. Wir müssen uns ja in das Material reinfühlen und ich glaube, du hast das Material gespürt in dem Moment.

51:48 Silke Spahr: Ja, aber da wäre ich dann acht Stunden lang verfordert. Das war ja nur eine Stunde. Okay, okay.

51:54 Moderation: Ja, fantastisch. Silke, sag uns noch ganz kurz, sollte man Mitglied werden und wie kann man das werden?

52:00 Silke Spahr: Man sollte unbedingt Mitglied werden und dafür auf die BFS-Webseite gehen, um bei Mitglied werden einen Antrag auszufüllen oder einfache Anrufen in der Geschäftsstelle sich informieren und mit Kollegen sprechen, wie mit euch.

52:13 Sprecher: Ich glaube, was man noch hier erwähnen könnte, ist, dass es ja für zum Beispiel das Team Nachwuchs gibt. Ich glaube, das sollte man kurz noch mal erwähnen. Also nicht nur Mitglied werden, aber es gibt ja auch verschiedene Anlaufstellen im BFS, die man noch so ansprechen könnte. Für zum Beispiel, falls man noch nicht so richtig sich in der Branche angekommen fühlt, gibt es ja immer das Team Nachwuchs, was man ansprechen kann.

52:35 Silke Spahr: Oder man macht das wie du und geht zu den Lufixers vor Ort. Kann man auch machen, muss man gar nicht Mitglied sein.

52:40 Moderation: Oder man wird erst erwachsen, so wie ich. Ich bin erwachsen geworden und finde dann heraus, vielleicht verdiene ich damit Geld und will so ein bisschen mit den anderen in Kontakt kommen. Dann darf man auch, wenn man sich selbst Video Editor zum Beispiel nennt oder auch Cutter, darf man dem BFS auch ansprechen.

52:54 Sprecher: Kann man denn zu den Veranstaltungen vor Ort ohne Mitglied zu sein, Rainer?

52:59 Moderation: Das ist so eine lustige Frage. Machen wir jetzt dieses Spiel, wo Moderatorinnen auf einmal nicht Moderatoren auf einmal nicht mehr wissen, was die Antwort ist. Ja, man darf da auch nicht Mitglieder sind. Herzlich willkommen. Also informiert euch der BFS Webseite. Dort wird immer ausgeschrieben, wann in welchen Städten die Treffen sind. Du hast gerade so gezuckt mit den Unbauen.

53:21 Sprecher: Ich glaube, es macht einfach mehr Sinn, wenn man die einzelnen Städte E-Mails anschreibt.

53:27 Moderation: Die findet man aber auch auf der Webseite. Und dann findet man raus, wann das stattfindet. Und da sind meistens nicht wieder immer sehr herzlich willkommen. Also geht dahin, das lohnt sich. Silke, vielen, vielen Dank, dass wir bei dir zu Gast sein durften und dass du uns einen kleinen Einblick gewährt hast in deine ganze Arbeit. Wir haben es ja vorhin schon erwähnt, da ist wahrscheinlich noch viel, viel mehr. Aber ich glaube, man weiß jetzt ein bisschen zumindest, was da alles noch quasi im Hintergrund gearbeitet wird. Vielen Dank.

53:54 Silke Spahr: Ja, vielen, vielen Dank für euren Besuch. Vielen Dank für die Croissants und das Frühstück. Euch weiterhin viel Erfolg. Danke schön.

54:01 Moderation: Vielen Dank. Danke schön. Jetzt kommt der Jingle.

54:05 Sprecher: Wir haben also gesehen, der Film ist nicht gerade die Wiege der Demokratie. Der Regisseur bestimmt, wie das Produkt aussieht und er trifft die Wahl im Bewusstsein, dass der Produzent, der hinter ihm steht und ihm seine Schale reißfüllt, in jeder Zeit mitsamt seiner elitären, künstlerischen Vision feuern, rupfen und auf die Straße jagen und mit einem Bannflug belegen kann, wenn das Produkt Gefahr läuft, an den Kinokassen keinen Gewinn abzuwerfen oder der Konkubine des Produzenten, die Glitzerfummel der Protagonistin nicht gefangen hat.

54:37 Sprecher: So, das war das Uber Eats, was an uns vorbeigefahren ist. Rainer, wo fahren wir denn jetzt hin?

54:45 Moderation: Wir fahren jetzt wieder nach Berlin, wollte ich so sagen, weil es hier so schön ist. Also ich würde hier gerne bleiben. Nee, wir fahren jetzt nach Köln. Das wird eine schöne kurze Fahrt. Da freue ich mich drauf. Schöne knappe sechs Stunden. Und ich überlege jetzt gerade, wie ich wieder Energie sammle. Positive Energie, das stimmt nicht. Ich habe ja die ganze Zeit positive Energie hier gesammelt.

55:06 Sprecher: Ich wollte gerade sagen, also für mich war jetzt diese Podcast-Ausflugsreise nach Berlin eher so eine Energieaufnahme.

55:15 Moderation: Lass uns das mal machen. Mehr Leute in den BFS kriegen, weil ich finde das ja als Prinzip eine sehr tolle Sache, sich zu verbinden erst mal. Natürlich ist das Verbandsarbeit natürlich, kostet das auch Energie, aber ich mag einfach die Vorstellung, dass eben auch Leute, die auf YouTube schneiden, auf TikTok, egal wo, ob es Creator-Innen sind, was auch immer, dass wir uns alle mal verbinden. Wir müssen ja auch nicht im Verband das direkt machen, aber über den Verband glaube ich, kommen wir gut zusammen. Deswegen meldet ihr euch da mal, die das hören, dort oder bei uns oder lasst uns mal alle treffen, irgendwo.

55:53 Sprecher: Genau. Und tatsächlich, wer Lust hat, aus dem Bereich mal mit Silke zu besprechen, was er für Ideen hat, meldet euch einfach bei ihr. Ich glaube, die ist da für alles offen. Wir danken der VG Bild-Kunst und Stiftung Kulturwerk und dann natürlich noch Adobe für die Unterstützung bei dieser Folge. Tschüss.

56:12 Sprecher: Sie haben gesehen, Filmschnitt ist also gar nicht zu kompliziert. Und denken Sie immer daran, das erste Ansehen des Filmmaterials bitte nur allein vollziehen.

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